Humbold-Universität Berlin Charité  |  1997

Campus Virchow-Klinikum  |  Berlin

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INFORMATIONEN

Das Gesamtkonzept beruht auf dem Ergebnis eines Ideenwettbewerbs 1973/74  für das damals noch städtische Rudolf-Virchow-Krankenhaus. Von 1978 bis 1986 war ein großer Teil der  chirurgischen Disziplinen auf der Südseite der Mittelallee bereits neu gebaut, als die Umwandlung in ein Universitäts-klinikum  beschlossen  wurde. Es hat sich gezeigt, daß die neuen Gebäude bis auf wenige Anpassungen gut für die erweiterte Aufgabe geeignet waren, die Nordseite wurde von vorn-herein nach den Bedürfnissen der Universität  geplant.

Grundgedanke des Konzeptes ist es, trotz eines nahezu fünffachen Flächen-bedarfs und komplexer Funktions-zusammenhänge, die städtebauliche Grundidee des alten Rudolf-Virchow-Krankenhauses aus dem Jahre 1906  beizubehalten. Beidseitig einer imposanten Mittelallee wurden anstatt einzelner Krankenpavillons zusammenhängende Bebauungsbänder unter Einbeziehung des in den 60er Jahren entstandenen chirurgischen Bettenhauses in gleichmäßiger Gliederung  angelegt. 

Diese Bebauungsbänder sind in der Mitte auf Untergeschoßebene durch die Zentrale Röntgendiagnostik baulich verbunden. Dadurch konnte die notwendige funktionelle Verbindung zwischen Nord- und Südschiene erreicht werden. Die Blickachse durch die Allee zwischen dem historisch erhaltenen Ehrenhofkomplex (heute Deutsches Herzzentrum) und der ehemaligen Pathologie (heute Bibliothek) wurde da-durch erhalten, der Bauraum infolge der wesentlich umfangreicheren Bau-massen  neu  interpretiert.

In den jeweils unteren drei Geschossen sind die Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen wie Polikliniken, Funktionsdiagnostik, Endoskopie, Operations- und Intensivpflegeabteilungen sowie Physiotherapie angeordnet. In den darüberliegenden drei Geschossen sind die Krankenstationen angesiedelt. Im Zentrum der Nordschiene befinden sich Einrichtungen für Lehre mit Hörsaal, Kurs- und Seminarräumen sowie eine Cafeteria und Kiosk. Die Forschungseinrichtungen wurden zentral an dem Campus am Westende der Allee zusammengefasst.

Der Zugang für gehfähige Patienten und Besucher erfolgt über mehrere Eingänge zu den einzelnen Kliniken von der Mittelallee aus, Liegendkranke und Notfälle werden von der Süd- bzw. Nordstraße angefahren mit kurzer Verbindung zu den Notfallabteilungen mit Verbindung zur Zentralen Röntgenabteilung, Intensivpflegen und Operationsabteilungen. Der Wirtschaftsverkehr erfolgt in einem unterirdischen Tunnelsystem, welches alle Ver- und Entsorgungsbereiche wie Küche, Lager, Apotheke und Wäsche-zentrale mit den Kliniken verbindet. Dadurch sind oberirdische Versorgungstransporte wie Patiententransporte nicht mehr  erforderlich.

Die äußere Gestaltung nimmt Rücksicht auf die erhaltenen historischen Bauten, wodurch ein einheitliches Gesamtbild erreicht  wurde.  Ziel der inneren Gestaltung war es, trotz komplexer funktioneller Zusammenhänge eine lichtdurchflutete Atmosphäre mit größtmöglichem Tageslichtanteil und geringstmöglichen künstlich belüfteten Zonen zu erreichen. Auf die Verwendung schadstoffarmer Baustoffe wurde besonderer Wert gelegt. Pflegestandart ist das Zweibettzimmer mit Waschnische und jeweils zwei Zimmern zugeordnet WC- und Duschraum.

Funktionelle Gliederung:

Südschiene:
Allgemeinchirurgie, Traumatologie mit Notfallversorgung, Chirurgie, Transplantationschirurgie, Anästhesiologie, Augenheilkunde, HNO-Heilkunde, Neurochirurgie, Neurologie, psychomatische Medizin mit zusammen 562 Betten

Nordschiene:
Innere Medizin mit Notfallversorgung, Frauenheilkunde und Kinderheilkunde mit Kinderchirurgie und Notfallversorgung mit zusammen 632 Betten.

Mitte:
Zentrale Röntgendiagnostik

NF: 83.570 m²
BRI: 780.000 m³
Baukosten: 650 Mio €
Bauherr: -
Fertigstellung: 1978 - 1997
LP: 1 - 8