Wohnanlage Cincinattistrasse  |  2016

Bestandsoptimierung Pilotprojekt in der Wohnsiedlung am Perlacher Forst  |  München

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INFORMATIONEN

Rahmenbedingungen

Die " Siedlung am Perlacher Forst" wurde 1954/56 für amerikanische Besatzungssoldaten an der südlichen Stadtgrenze Münchens realisiert. In einem außergewöhnlichen städtebaulichen Ansatz wurden Wohngebäude locker und in Zeilenbauweise in parkartige Grünflächen und Restbestände des Perlacher Forstes eingefügt. Im Zuge des demographischen Wandels sollen nun das Nutzungsspektrum der Siedlung verbreitert und mehrere Gebäude im Besitz der BImA Gebäude einer vorbildhaften Instandsetzung und Modernisierung unterzogen werden. Hierbei wird auch eine Verbesserung der siedlungsräumlichen Qualität angestrebt.
Gestartet wird diese sog. Bestandsoptimierung mit dem Gebäude 327 als Pilotprojekt. Zentrale Gedanken dieses Projektes sind neben der Modernisierung der Bausubstanz die Schaffung einer maximalen Barrierefreiheit und eine Verbesserung der Wohnungszuschnitte.
Das Haus Nr. 327 der "Siedlung am Perlacher Forst" wurde im Jahr 1954 erstellt. Es ist  ein 3-Geschossiges Wohngebäude mit Ziegel gedecktem Satteldach (als Kalt Dach), teilunterkellert, 76m lang, 9,30m tief und jeweils 2,80m Geschosshöhe, in dem sich insgesamt 18 Wohneinheiten aus 3-,4- und 5-Zimmerwohnungen befinden.

Planungskonzept Abbruch und Neubau

Im rahmen des Zustimmungsverfahrens wurden mit der LBK München mehrere Planungsvarianten diskutiert und eine Generalsanierung im Bestand unter größtmöglicher Weiterverwendung der vorhandenen Bausubstanz fokussiert.
Geplant ist eine umfassende statische und energetische Sanierung des Gebäudes sowie die Erneuerung der betriebstechnischen Anlagen unter Beachtung aller aktuellen Vorgaben für Brandschutz, Schallschutz und Sicherheit.
Das Gebäude erhält ein neues, vollständig barrierefreies Erschließungskonzept. Damit gelingt eine Entflechtung von Wohnen und Erschließung sowie die Verlegung der Hauseingänge an die Ostseite.
Beabsichtigt  ist eine optimale Nutzung des Bestandstragwerks. Nichttragende Wände und das Dach werden rückgebaut. In Teilen werden Außenmauern und tragende Wände geöffnet.
Die Bestandstreppenhäuser werden abgebrochen und zu Wohnfläche umgewidmet. Der Wohnungszugang erfolgt nun geschoßweise über Laubengänge. Der Keller wird über einen Außenkorridor unter dem Laubengang erreicht.
Die Wohnungsgrundrisse werden an die geänderte Erschließung angepasst und zum Teil neu aufgeteilt.
Neben  2 – und 3 - Zimmer-Wohnungen in differenzierten Größen entstehen so zwei rollstuhlgerechte 2-Zimmer-Wohnungen sowie eine 5-Zimmer-Wohnung im EG. Eine großzügige, barrierefreie Balkonanlage trägt zum guten Außenraumbezug aller Wohnungen bei. Die EG-Wohnungen erhalten zudem individuelle Mietergärten.   
Durch die Anhebung des Firstes und der Traufkanten wird ein drittes Vollgeschoss realisiert, was in Verbindung mit der Verlagerung der Verkehrsflächen nach außen (Laubengang) 17 zusätzliche Wohnungen ermöglicht. Alle Wohnungen erhalten zur Einbeziehung der hausnahen Freiräume großzügige, gut nutzbare Balkone, im EG zudem einen direkten Gartenzugang.
Einhergehend mit einer umfassenden Verbesserung des Wohnungsstandards entsteht ein breites Angebot an Wohnungstypen und  eine zeitgemäße architektonische Gestaltung unter Berücksichtigung des Gesamtcharakters der Siedlung

Ökologisches Konzept

Die im Gebäude gebundene „graue Energie“ wird im Rahmen der Generalsanierung weitgehend erhalten. Der Fussabdruck des Gebäudes im Gelände wird durch die Umbaumaßnahmen nur geringfügig erhöht. Beeinträchtigungen des im Westen unmittelbar angrenzenden Biotiops und des umliegenden Baumbestandes werden in der Bauphase durch Schutzzäune und Wurzelvorhänge weitestgehend ausgeschlossen.
Bei der Gebäudehülle werden die U-Werte gemäß den Anforderungen aus der EnEV 2009 eingehalten bzw. unterschritten. Hierzu wird die thermische Hülle des Gebäudes gänzlich saniert. Die Wärmeversorgung wird durch einen Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke München realisiert und dadurch der nach EnEV geforderte Primärenergiefaktor unterschritten.

NF: 2.740 m²
BRI: 14.223 m³
Baukosten: 6,01 Mio €
Bauherr: Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA)
Fertigstellung: 2016